Kirchen und Klosterhöfe

Dorfkirchen

Zu den Höhepunkten des reichen moselanischen Kulturerbes gehören die Dorfkirchen mit ihrer qualitätsvollen Ausstattung und als lebendige Zentren des christlichen Glaubens.

2 Beispiele aus der CALMONT REGION:

St.Laurentius in Bremm wurde um 1480 in der seltenen Form der „Einstütz-Halle“ von mittelrheinischen Steinmetz-Architekten an einen Turm des ausgehenden 12. Jh. erbaut. Die Kirche hat ein sehenswertes Sterngewölbe aus dem Jahr 1500.

 


St. Martin in Ediger

Im 11. Jh. als romanische Basilika erstmals erwähnt, wurde im 16. Jh. im gotischen Stil umgestaltet.

Die Kirche gilt als hervorragendes Kulturerbe, besitzt sie doch den am reichsten verzierten, über 60 m hohen Schieferturmhelm der Christenheit.

In der Kirche finden oft Orgelkonzerte an der historischen „Stumm-Orgel“ statt. Die Familie Stumm aus dem Hunsrück gehört zu den berühmtesten Orgelbauerdynastien Deutschlands.


Herrenhäuser, Adelshäuser

Innerhalb der kleinförmigen, auf schmalen Parzellen errichteten Bauten der Winzerfamilien heben sich die Höfe und stattlichen Herrenhäuser der Kirche und des Adels ab.

 

Zu den herausragenden Beispielen der Herrschaftsarchitektur zählt z.B. in Neef das Burghaus der Sponheimer Grafen, ein spätromanischer Massivbau des 13. Jh.

Die „Neefer Burg“ wurde um das Jahr 900 als Hof- und Verwaltungsgebäude für die Metzer Domkirche St. Arnulf gebaut und war ursprünglich eine Wasserburg.

Die Fenster sind noch im romanischen Maßwerk gestaltet, ein Erker zeigt spätgotischen Stil, und das schöne Portal gehört der Renaissance an.

 

In Bremm entstand auf dem ehemals Pyrmonter Hof ein prächtiges Neo-Renaissance-Haus, erbaut um 1895 von W. Amlinger nach Plänen Joseph Kleesattels, Düsseldorf;

 

Abtei- und Klosterhöfe

Der Wein zog Abteien und Klöster zur Mosel, denn Wein war das bevorzugte Getränk des Mittelalters, ein Erbe der Römerzeit sozusagen. Hinzukommt der Einfluss des Christentums, das dem Wein eine besondere Bedeutung beimaß. Unzählige geistliche und adelige Weinhöfe bestimmen so ausgehend vom 18. Jh. bis heute die Dorfbilder entlang des Flusses.

Nach Gründung des Klosters Stuben bei Bremm (1137) erwarb die Abtei Springiersbach, ein Augustiner-Chorherrenstift in der Eifel, 1299 einen Weinhof in Ediger.

1752 errichtete die Abtei auf den Mauern dieses alten Hofes den Springiersbacher Hof in Ediger als „Abteihof“, das heute noch bestehende stattliche Barockgebäude. Dieses musste die Hälfte seines Weines an die Abtei Springiersbach abgeben.

Mit der Besetzung durch die französischen Revolutionstruppen endete die Herrschaft der Kirche . Fast alle Güter wurden an ortsansässige Winzer versteigert.

Ein weiterer Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne ist das gezielte neue Bauen im Dorf.

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